Nachhaltigkeitsbericht

Vorwort

Bei der Erstellung unseres jahresübergreifenden Nachhaltigkeitsberichtes waren die Gedanken an Klimaschutz, Sozialstandards und Covid-19-Pandemie prägend.

Unser Streben nach Klimaneutralität und Ressourcenschonung wurde stetig verstärkt. Wir haben erstmals eine PSA-Kollektion unter dem Siegel des „Grünen Knopfs“ zertifizieren können und unterstützen die Inhalte dieses Programms weiterhin mit voller Kraft.

Ebenso ist es ein Novum, dass wir über empirische Daten zu unserer PV-Anlage am polnischen Standort verfügen. Die hierdurch eingesparte Menge an CO2-Emissionen ist beachtlich.

Auch haben wir die Fairtrade-Initiative weiterhin gefördert. Die Verbindung aus Fairtrade, Grüner Knopf und eigenem Verhaltenskodex hat zu kritischen Betrachtungen und Maßnahmen in einigen Fremdfertigungsbetrieben geführt.

Schulungen mit eigenen Technikern bei Fremdfertigern haben die dortigen Arbeitsprozesse partnerschaftlich optimiert und führten zu vermindertem Ressourcenverbrauch, vor allem aber auch zu erhöhter Effektivität im Sinne der Nähkräfte.

Grüner Knopf Fairtrade
Solaranlage

Die Covid-19-Pandemie hat, wie bei den meisten Marktteilnehmern, zu empfindlichen Störungen der Lieferketten geführt. Ressourcenengpässe und Transportprobleme sind weiterhin deutlich spürbar.

Das vorausschauende Mitdenken und der Nachdruck der Mitarbeiter/innen der teamdress-Gruppe hat es vermocht, dass viele dieser Probleme bewältigt werden konnten. Gleichzeitig wurde das Bewusstsein für die Notwendigkeit ökologischer Nachhaltigkeit und Durchsetzung sozialer Standards niemals aus den Augen verloren, sondern mit viel Engagement und hilfreichen Ideen vorangetrieben.

Unterschrift

Unternehmen

Seit 1920 ist teamdress ein kreativer und zuverlässiger Konfektionär mit Schwerpunkt Textilservice und Wäschereizulieferung im deutschsprachigen, im Benelux-Raum und in Polen.

Nach wie vor erfolgt der komplette Produktentstehungsprozess aus eigener Hand. Unsere langjährige Erfahrung sowie unsere Kompetenz in Produktgestaltung, Beratung, und gemeinschaftlicher Projektumsetzung bilden die Vertrauensgrundlage für unsere Kunden. Hierfür verfügen wir über verschiedene Zertifizierungen und verfolgen unterschiedliche Engagements:

  • ISO 9001:2015
  • Kat. 3 PSA –Zertifizierung
  • STANDARD 100 by OEKO-TEX®
  • Mitglied der Fairwear Foundation
  • Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien
  • Fairtrade-Siegel
  • Meta-Siegel der Grüne Knopf

Siegel

Die teamdress-Gruppe produziert weiterhin an Standorten in Europa oder dessen Grenzgebiet, teils in eigenen Werken in Polen und der Ukraine, teils über Auftragsfertigung in Moldawien, der Ukraine, Bosnien, Kroatien und Albanien. Unsere Richtlinien für Entwicklung, Planung und Produktion sind gleichbleibend ausgerichtet an folgenden Elementen:

  • Ressourcenschonung
  • Höchste Ansprüche an Qualität und somit strenge Fokussierung auf Langlebigkeit
  • Optimierung der Fertigung nach „Mini/Max“-Zahlen
    • Auftragsbezogene Produktion
    • Keine Trend- oder Fast-Fashion, somit keine Überproduktion und keine Produktentsorgung
    • Kontinuierliche Produktion; bei geringerer Auftragslage werden Standardartikel als Lagerware produziert
  • Nachhaltiges Wirtschaften in den Produktionsbetrieben, sowohl ökologisch, als auch im Arbeitsumfeld der Mitarbeiter/innen

Dieses Vorgehen richtet sich nicht nur an ökologischen Zielen aus, sondern verfolgt ebenso große Kundenzufriedenheit. Sehr geringe Reklamationszahlen und lange Haltbarkeit unserer Produkte bewirken erfolgreich das Erreichen beider Ziele.


Produktpolitik

Der im letzten Nachhaltigkeitsbericht vorgestellte Leitgedanke zur Langlebigkeit, und damit Ressourcenschonung, der teamdress-Produkte hat weiterhin vollen Bestand. Das Augenmerk und das Erreichen unserer ökologischen Ziele liegen unverändert auf der Kombination von hoher Qualität, Langlebigkeit und Tragekomfort.

Die hohen Qualitätsansprüche an alle Stufen der Produktentstehung werden fortlaufend in unser Qualitätsmanagement implementiert und entsprechend dokumentiert. Seit 1993 ist dieses gemäß der DIN EN ISO 9001 durch die DEKRA zertifiziert

Neben dem Einsatz von Geweben mit hohem Polyesteranteil und langlebigen Rohstoffen und Zutaten ist unsere Berufsbekleidung stets so ausgelegt, dass Reparaturen einfach durchzuführen sind. Für alle Kollektionen können Reparaturmaterialien von unseren Kunden bei uns bezogen werden.

Die Verringerung der Notwendigkeit von Neuanschaffungen sorgt entsprechend anhaltend für verminderte Produktionsemissionen und schont Ressourcen.

Regelmäßige Fortbildung und eingehende Absprachen mit unseren Lieferanten sorgen dafür, dass Fehlerquellen bei Entwicklung, Rohwarenbeschaffung und Produktion rechtzeitig erkannt und Produktrisiken damit weiter vermindert werden.

Zertifikat

Rohstoffeinsatz

Wassertrinker

Der Einsatz von recyceltem Polyester wurde, wie im Vorjahresbericht vorgesehen, ausgebaut. Weiterhin kommt dieses Recyclingmaterial vorwiegend in der EcoRover-Kollektion von teamdress zum Einsatz. Dort werden beispielsweise in einer entsprechenden Bundjacke umgerechnet ca. 30 geschredderte PET-Flaschen verarbeitet.

Den vermehrten Einsatz von Bio-Baumwolle hat teamdress seit längerem angestrebt, aber es zeigen sich weiterhin deutliche Probleme:

  • Wie bereits im Vorjahresbericht hervorgehoben, entspricht beileibe nicht alle als Bio-Baumwolle gekennzeichnete Rohware dem Anspruch an nachhaltigem Anbau. Stichproben in unserer Qualitätssicherung ergaben erneut Verunreinigungen durch genmanipuliertes Saatgut oder vorbelastete Böden.
  • Die Qualität der biologischen Rohware ist nicht immer für unsere Ansprüche ausreichend.
  • Es sind international mangelnde Kontrollverfahren für Bio-Baumwolle festzustellen. Als Herkunftsnachweise und Prüfdokumente liegen zumeist nur Papierzertifikate vor, welche sehr fälschungsanfällig sind. Markierungen und stringente digitale Nachweise sind kaum vorhanden. Hier besteht auf normsetzender Seite Korrekturbedarf.
  • Nach wie vor übersteigt die weltweite Nachfrage nach Bio-Baumwolle das vorhandene Angebot massiv. Die Menge ausgewiesener Fertigprodukte weicht stark von der äquivalent verfügbaren Rohstoffmenge ab.

Insbesondere in Hinblick auf den Süßwasserhaushalt und die Vermeidung pestizid- oder gentechnisch belasteter Böden ist der Einsatz von Bio-Baumwolle anzustreben und teamdress wird dies weiter verfolgen. Voraussetzung ist aber eine tatsächlich verlässliche Nachverfolgung von Anbau und Gewinnung, um nicht falsche Ansätze zu fördern, die dem ökologischen Gedanken letztlich entgegenwirken.

Unsere Anforderungen an alle Rohmaterialien bleiben auf höchstmöglichem Niveau unter Einbeziehung der derzeitigen allgemeinen Knappheit. Neben der beschriebenen Verarbeitung lässt sich nur so unsere Ausrichtung an Langlebigkeit der Produkte wirklich erreichen. 


Sorgfaltspflicht

Entsorgung

Für alle Textilien gilt das Problem der umweltgerechten Entsorgung am Ende des Produktlebenszyklus. Mit unseren Kunden besteht jedenfalls die jeweilige Absprache, dass keine ausgetragene Berufsbekleidung im Naturkreislauf, sprich im Meer oder Grund und Boden, enden darf.

Vor allem Textilien mit Kunstfaseranteil lassen sich schwer rezyklieren. Der zeitliche und energetische Aufwand rechtfertigen dieses Vorgehen kaum.
Bei einer thermischen Verwertung ist zu beachten, dass eine Verbrennungstemperatur von deutlich über 900°C erreicht werden muss, damit bestimmte Schadstoffe, wie z.B. aromatische Kohlenwasserstoffe, nicht entstehen. Ebenso ist die Filtrierung von Feinstaubemissionen zu beachten.

Hinsichtlich der Wiederverwertung hält das holländische Mitglied der teamdress-Gruppe, die De Berkel B.V. mit Sitz in Varsseveld / NL, eine Vereinbarung mit dem Radboud-Krankenhaus zur Rücknahme gebrauchter Berufsbekleidung weiterhin aufrecht. Diese beinhaltet, dass die Bekleidung aufbereitet und zu Filzrollen verarbeitet wird.

Wir prüfen derzeit mehrere Verfahren, welche einen energetisch vorteilhaften und emissionsarmen Ansatz der Verwertung ausgetragener Berufsbekleidung verfolgen.

Mitarbeiter

Wir sind uns unser sozialen Verantwortung stets bewusst und achten auf faire und sichere Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Produktionskette.

In unseren eigenen Fertigungsbetrieben im europäischen Ausland stellen wir seit Jahren sicher, dass weder Kinderarbeit anfällt, noch dass die Bildung von und Teilnahme an Interessensvertretungen der Arbeitnehmer eingeschränkt ist. Weiterhin wurden Vertrauenspersonen etabliert, welche als Ansprechpartner bei etwaigen Problemen agieren. Bis dato wurden uns keine Fälle von Diskriminierung oder Belästigung gemeldet.
In alle Verträgen mit Auftragsfertigern wurden die Einhaltung sozialer Standards und die erforderliche Sicherheit am Arbeitsplatz eingearbeitet. Hierbei haben wir nicht nur auf unseren eigenen Verhaltenskodex hingewiesen, sondern auch auf die Erfordernisse, die unsere verschiedenen Zertifizierungen mit sich bringen.

Näherin

Der beratende Einsatz unserer Techniker/innen vor Ort, mit dem primären Ziel, Arbeitsprozesse zu optimieren, hat in aller Regel einhergehend die entsprechende Einhaltung von Standards und Sicherheit bestätigt. In zwei Fällen aber gab es Ausnahmen, die uns veranlasst haben, die entsprechenden Verträge aufzuheben.

Die genannten Techniker/innen haben auch in diesem Berichtszeitraum erfolgreich Optimierungen an Auftragsarbeitsplätzen umsetzen können. Dieses resultierte stets in verbesserten Arbeitsbedingungen und erhöhter Effektivität, welche verbesserte Entlohnung ermöglichten. Hierfür gilt unser besonderer Dank diesen so engagierten Techniker/innen.

Weiterhin wurde sowohl an die Geschäftsleitungen der eigenen Produktionen, als auch an die Auftragsfertiger das Verbot ausgesprochen, Fertigungsaufträge an Subkontraktoren weiterzureichen. Dieses Verbot bewirkte einerseits eine Verbesserung der Qualitätsprüfung, andererseits insbesondere aber die Umgehung von Lohn- und Sicherheitsstandards.

Unsere eigenen Produktionsbetriebe wie auch Fremdbetriebe sind an die Grundsätze der Fair Wear Foundation und die des Grünen Knopfes gebunden und werden regelmäßig Sozialaudits unterzogen.

Covid-19

Neben den im Vorjahresbericht über die teamdress-Gruppe hinweg getroffenen Maßnahmen, die der Lage angemessen weiterhin Bestand hatten, haben wir versuchsweise am Hauptsitz Hamburg vermehrt Luftwäschegeräte in Kombination mit Stoßlüftung in Räumen eingesetzt, wo zwangsläufig mehr als eine Person arbeitet; was im Nachhinein der Empfehlung der GAeF entsprach.

Wir hatten einen Covid-Ausbruch in einer Abteilung zu verzeichnen, in welcher die Handhabung dieser Maßnahme nicht vollständig durchgeführt wurde. Trotz Kontakt mit anderen Mitarbeitern aus anderen Räumlichkeiten, blieb der Ausbruch begrenzt. In diesen anderen Räumlichkeiten wurde deutlicher auf die o.g. Maßnahme geachtet.

Am Hauptsitz in Hamburg ist seit längerem eine sehr hohe Impfquote zu verzeichnen. Wir danken entsprechend unseren Mitarbeiter/innen für deren Umsicht.

An unseren anderen Standorten sprechen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten Empfehlungen aus, um die Impfquoten zu erhöhen. Sofern staatliche Anstrengungen nicht erweitert werden, werden wir zukünftig eigene Anreize eruieren, um die Impfquote, ggf. auch die sog. Booster-Impfung, weiter zu fördern.

Wir danken an dieser Stelle allen unseren Mitarbeiter/innen, die große Bedachtsamkeit und Ruhe im Umgang mit der Krise gezeigt haben und, vielfach unter Vernachlässigung eigener Freizeit, die durch die Krise verursachten Fehlzeiten und Ausfälle ausgeglichen haben.

 


Fairtrade

Weil Bäuerinnen und Bauern über das Fairtrade Rohstoffmodell für Baumwolle größere Mengen ihrer Baumwolle verkaufen können, eröffnen sich ihnen sowohl gerechtere Handelsbedingungen, als auch neue Wege für einen sozialen Wandel und mehr Umweltschutz. Erfahren Sie mehr unter www.info.fairtrade.net/sourcing.

Zur Unterstützung der Fairtrade-Lieferkette hat sich teamdress verpflichtet, jährlich 30 Tonnen Rohbaumwolle aus Fairtrade-Quellen zu beschaffen; mit steigender Tendenz. Hierdurch wird dazu beigetragen, dass Bauern, welche nicht optimal an die Fairtrade-Lieferkette angebunden sind, ihre Aktivität weiterhin bestreiten können.

Im Vergleich zum Vorjahr sind weitere Kollektion im Workwear- und PSA-Bereich mit Fairtrade gekennzeichnet. Wir sind weiterhin bestrebt, diesen Anteil zu erhöhen.

Fairtrade

Logistik und Disposition

An den Fleiß und die Kreativität unserer Logistik-Mitarbeiter/innen wurde vor allem in den vergangenen Monaten ein hoher Anspruch gestellt. Das Erfordernis, multiple Produktionsstandorte mit Rohwaren zu versorgen und dort Fertigwaren abzuholen, stellte eine stetige Herausforderung dar, insbesondere da aus Kosten- und Umweltgründen keine halbleeren LKWs geschickt werden sollten.

Nicht nur in der Rohstoffauswahl, sondern auch in der Disposition wird weiterhin auf die Verminderung von Warengewichten geachtet, um emissionsmindernd und ressourcenschonend zu agieren.

Für die Produktion ergaben sich neue Anforderungen an Kapazitäten. Pandemiebedingt stehen in Ostasien deutlich weniger Produktionsmöglichkeiten zur Verfügung, was Hersteller von Modebekleidung dazu veranlasste, wieder Produktionsstandorte in Europa zu suchen. Hierdurch sehen wir uns einem Verdrängungswettbewerb bei Auftragsfertigern ausgesetzt, insbesondere da Modebekleidung in aller Regel erheblich leichter zu produzieren ist als Berufsbekleidung. Bisher konnten wir dieser möglichen Verdrängung durch unsere langjährig intensive Kontaktpflege gut begegnen. Die nunmehr wieder vorhandenen Besuchsmöglichkeiten wurden von uns in diesem Sinne soweit wie möglich genutzt.

Truck

Energiemanagement

Die Reduzierung von CO2 bleibt das zentrale Thema im Bereich Energiemanagement. Die 1998 durch unsere Gesellschafter erworbenen zwei Wasserkraftwerke mit Standort Deutschland tragen einen erheblichen Teil zum letztendlichen Ziel der CO2-Neutralität bei.

Das energetische Gebäudemanagement am Standort Polen wurde im Berichtszeitraum abgeschlossen.
In unserem letzten Bericht wurde bereits auf die Installation einer PV-Anlage an diesem Standort verwiesen.
Technisch bedingt wurden in neun Monaten knapp 25% des eigenen Strombedarfs durch die PV-Anlage erzeugt. Weitere 8%-Punkte des theoretischen Bedarfs wurden in das öffentliche Netz eingespeist. Unsere PV-Anlage mit deutschem Ursprung liefert damit einen überdurchschnittlichen Ertrag pro installiertem kWp.
 
Da Polen den allergrößten Anteil seines Strombedarfs aus Kohlekraftwerken bezieht,
bewirkt die Anlage somit jährlich eine rechnerische Verminderung von CO2-Emissionen in Höhe von ca. 21 Tonnen. Das entspricht der Emission einer Fahrleistung von 150.000 km p.a. eines durchschnittlichen Benzin-PKWs.

Solar